Rückenschmerzen

Auszug aus dem Buch
“Lebensenergie-Medizin”

Dr. Heike Buhl
Verlag U. Leutner 2000

 


Vegetatives Nervensystem – Pulsation

Gesunde Muskeln haben einen guten Spannungszustand, d.h. sie sind weder schlaff noch verkrampft. Die Haut über diesen Muskeln ist warm und rosig, die Gelenke sind frei beweglich, die Bewegungen weich und fließend. Bei den meisten von uns liegen nun im Nacken -, Schulter- und Rückenbereich ständige Verspannungen vor. Die Muskeln sind hart, die Haut kalt, die Gelenke knacken bei Bewegungen und in den Muskeln sind teilweise harte Knötchen (Myogelosen) eingelagert.

Je nach Intensität können diese Verspannungen durch Druck auf Nervenbahnen zu starken ausstrahlenden Schmerzen führen. Bei Kopfschmerzproblematik finden sich in der Praxis immer starke Verspannungen im Nackenbereich. Es kann auch zum Auftreten eines Schulter-Arm-, Halswirbelsäulen- oder Lendenwirbelsäulensyndroms kommen. Das subjektive Empfinden kann dabei von dem Gefühl der Unbeweglichkeit in diesem Bereich über schmerzhafte Anspannung bis zum „Hexenschuß“ gehen. Die Beschwerden können durch mechanische Belastung der Muskeln mit ausgelöst oder verstärkt werden (Schreibmaschine schreiben, Stricken, Klavierspielen, Heben schwerer Gegenstände).

Schulmedizinisch ist die Entstehung von Muskelverspannungen nicht endgültig geklärt, sie werden mehr als gegeben hingenommen. Von Orthopäden wird oft eine mechanische Schädigung des Wirbelsäule vorausgesetzt. Im Gegensatz dazu stimmt das Röntgenbild der Wirbelsäule oft nicht mit der Intensität der Schmerzen überein. Auch unterliegen die Schmerzen deutlichen Schwankungen, während die Veränderungen der Wirbelsäule konstant bleiben. Es liegt daher die Vermutung nahe, dass die Intensität der Schmerzen über psycho-vegetative Prozesse zumindest mitbestimmt werden (1).

Zu jedem Rückenmarksabschnitt gehören bestimmte Hautzonen, Muskeln, Organe und Knochen. Ein solches Segment wird jeweils von einem Rückenmarksnervenpaar versorgt, sowohl hinsichtlich der Motorik und Sensibilität, als auch hinsichtlich der vegetativen Funktion. Die Gewebeteile sind durch ihre Innervation auf der Ebene des Rückenmarks „zusammen­geschal­tet“, sie können sich daher gegenseitig beeinflussen. Auf Grund dieser engen Verschaltungen wirkt die Ausgangslage der vegetativen Nervenfasern reflektorisch auf die Basis-Muskelspannung ein.

Wenn wir das Konzept des chronischen Sympathikustonus zugrunde legen, können wir sehen, wie über äußeren Stress der Körper in Kampf- bzw. Fluchtbereitschaft versetzt wird. Dazu gehört auch, die Muskeln vorbereitend anzuspannen. Wenn nun die geplante Aktivität ausbleibt, der äußere Stress aber bestehen bleibt, dann bleiben die Muskeln chronisch in dieser Anspannung. Ein weiteres Beispiel hierfür sind auch Verspannungen, die in der Kindheit entstehen, wenn Wutanfälle des Kindes durch Schläge der Eltern chronisch unterbunden werden. Der ursprüngliche Impuls zu schlagen gelangt in die Schultermuskeln, diese spannen sich an, gleichzeitig stoppt ein Gegenimpuls die Bewegung (da „zu gefährlich“), so dass nun Impuls und Gegenimpuls „im Muskel stecken bleiben“, manchmal ein Leben lang.

Es ist bekannt, dass Entspannung, Wärme und Massagen die Verspannungen teilweise auflösen und Beschwerden vorübergehend lindern, aber leider nicht auf Dauer auflösen. Diese Behandlung ist daher nicht kausal. Nur eine tiefere Umstimmung der vegetativen Ausgangslage kann die chronischen Muskelblockaden lösen.


Psychische Komponenten

Schauen wir uns nun die Gefühle an, die sich in den verspannten Muskeln des Nackens, der Schultern und des Rückens ausdrücken können.

Im Volksmund spricht man bei einem steifen Nacken von „Hartnäckigkeit“. Der Nacken wird hier Symbol für starken Willenseinsatz und Machtstreben. Auch Wut und Trotz werden in den Nacken- und seitlichen Halsmuskeln zurückgehalten. Ein weiterer Aspekt ist die Angst, die auch sprichwörtlich im Nacken sitzen kann. Die Blockierung des Nackens unterbricht weiterhin den Energiefluß und damit die Verbindung zwischen Kopf und Körper, zwischen Intellekt und Gefühlen. Menschen mit starken Nackenverspannungen sind daher oft sehr rational orientiert mit generellen Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu zeigen oder sich einzulassen.

Verspannungen in den Schultern können verschiedene Gefühlskomponenten enthalten. Hochgezogene Schultern deuten eher auf ängstlichen Ausdruck, heruntergezogene auf allgemeine Gefühlsunterdrückung hin. Nach vorne gezogene Schultern verdecken die empfindliche vordere Körperhälfte und verstecken bei Frauen die Brust. Häufig werden in den Schultermuskeln Schlagebewegungen festgehalten. Spannungen im Bereich zwischen den Schulterblättern treten oft bei zurückgehaltenem Weinen auf, vermutlich in Verbindung mit dem Wunsch, die Arme sehnsuchtsvoll nach jemand auszustrecken.

Der englische Ausdruck „holding back“ für einen schmerzenden Rücken beschreibt in seiner Doppelbedeutung gut den Zusammenhang zwischen dem muskulären „haltenden Rücken“ und der „Zurückhaltung“ im emotionalen Bereich. Eine starre Wirbelsäule kann ein Anzeichen für geistige Starrheit und mangelnde Flexibilität sein. Sie spiegelt eine innere Haltung wieder, in der „Rückgrat“ gezeigt werden muss. Häufig wird im unteren Rückenbereich Wut unterdrückt, vor allem Tretimpulse. Der Rücken steht aber auch für Unterstützung im Leben. Wenn der nötige „Rückhalt“ fehlt, kommt es zu Rückenschmerzen. Angst vor Weichheit und Hingabe führen zu Verspannungen im Lendenwirbelbereich – das Hohlkreuz vermindert die Beweglichkeit des Beckens und damit das Empfinden in der Sexualität..


Orgontherapie

Muskeln im Nackenbereich kann man durch Massage gut erreichen. Der Ausdruck der Kopfhaltung kann übertrieben oder durch Anspannung willkürlich verstärkt werden, wie z.B. „im Nacken gegriffen werden“ (Angst im Nacken). Bewegung des Nackens wie beim „Nein“ oder Nackenstrecken sind weitere Möglichkeiten. In der Körpertherapie kann der Patient die angespannten Muskeln und unterdrückten Impulse bewußt spüren und den festgehaltenen Gefühls- und Bewegungsausdruck zuzulassen lernen: Angst, Trotz, Hartnäckigkeit, Wut und Weinen können auftauchen.

Ähnlich verfährt man im Schulter-Arm-Bereich. Die Mobilisierung der Muskulatur ist durch Schlagen, Greifen der Hände, Ausgreifen mit den Armen usw. möglich. Dabei kann unwillkürlich der Gefühlsausdruck von Wut oder Sehnsucht hervorbrechen.

Im Bereich des unteren Rückens kann die Muskulatur z.B. gut durch kräftiges Treten mit den Beinen auf die Matratze aktiviert werden. Gefühle von Wut, aber auch von Weichheit und Lust können dabei auftreten. Auch hier lösen sich die chronischen Verspannungen im Lauf der Arbeit auf und werden von Strömungsempfindungen in Becken und Beinen abgelöst.

Durch all diese Techniken werden die Muskeln aktiviert und die Pulsation der Lebensenergie (Orgonenergie) wieder angeregt. Die Muskeln entspannen sich, werden wieder schmerzfrei und warm durchblutet, inneres Strömen tritt auf und lustvolle Gefühle werden verstärkt erlebt. Dabei kann es auch zu einem völlig veränderten Empfinden von Armen und Beinen kommen mit der Folge, dass jahrelange Beschwerden wegen kalter Finger oder Zehen dem Gefühl von warmen Händen und Füßen weichen.