Grüner Star

 

Auszug aus dem Buch
„Lebensenergie-Medizin“

Dr. Heike Buhl
Verlag U. Leutner 2000

 

Vegetatives Nervensystem – Pulsation

Unter dem Begriff „grüner Star“, auch Glaukom genannt, werden verschiedene Krankheitsbilder zusammen gefasst, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass der Augeninnendruck erhöht ist. Dieser ist normalerweise konstant, da die Flüssigkeit im Augeninneren, das „Kammerwasser“, kontinuierlich gebildet und abgeführt wird. Wenn der Abflussweg jedoch verengt ist, so kann es zu starken Druckschwankungen oder Drucksteigerung im Auge kommen.

Die Weite des Abflussweges wird, insbesondere beim „Engwinkelglaukom“ oder „Winkelblockglaukom“, durch die Pupillenweite mitbeeinflusst. Bei weiter Pupille ist er behindert, es kommt zu einem Stau der Flüssigkeit, und der erhöhte Augeninnendruck kann zu Sehstörungen bis hin zu schmerzhaften Glaukomanfällen mit Gefahr der Erblindung führen. Bei enger Pupille hingegen weitet sich der Abflussweg für das Kammerwasser und der Augeninnendruck wird gesenkt.

In der Schulmedizin gibt man bei Vorliegen dieses Krankheitsbildes ein Mittel, das die Wirkung des Parasympathikus am Auge imitiert und die Pupillen verengt. Dies ist eine rein symptomatische Therapie. Das Medikament muss mehrmals täglich angewendet werden und kann ein Fortschreiten der Krankheit nicht immer verhindern.

Obwohl das Engwinkelglaukom keine allzu weite Verbreitung hat, führe ich es hier auf, weil man an ihm so klar die Ursache in Form einer rein vegetativen sympathikotonen Störung darstellen kann. Die Pupillenweite wird, wie wir vorhin gesehen haben, vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Ein überwiegender Parasympathikustonus verengt, ein überwiegender Sympathikustonus erweitert die Pupille. Wir haben hier also ein Krankheitsbild vor uns, das durch eine reine sympathikotone Überfunktion ausgelöst wird.

Psychische Komponenten

Navarro, Neuropsychiater und Reichianischer Therapeut, beschreibt die Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck als „Menschen, die eine mit einer tiefen Depression verbundene Aggressivität verbergen…Die Personen fühlen sich gezwungen, die Augen weit offen zu halten um der Realität gewärtig zu bleiben und blockieren ihre Emotionen auf dieser Stufe“ (1).

In verschiedenen psychosomatischen Studien wurde bei Glaukompatienten Gefühle der Starre in der Lebenshaltung, Unversöhnlichkeit und Verletztheit sowie ein Hang zu Zwanghaftigkeit festgestellt. Frustrierende und belastende Lebenssituationen bringen die Krankheit zum Ausbruch. Psychische Erregung kann direkt zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks führen. Ein Patient, der auf dem Weg zum Augenarzt eine Katze überfuhr, zeigte in der Aufzeichnung seines Augendruck-Tagesprofils am rechten Auge einen sofortigen deutlichen Druckanstieg (2).

Unsere Erfahrung mit Glaukompatienten ist übereinstimmend mit dem Konzept der Biopathie, einer Störung im Fluss der Lebensenergie (Orgonenergie). Die Krankheit kommt zwar nur am Auge in Form eines klinischen Symptoms zum Ausdruck, zugrunde liegt aber eine sympathikotone Störung des Gesamtorganismus. Daraus folgt, dass diese Patienten nicht nur einen erhöhten Augeninnendruck haben, dieser stellt wieder nur die Spitze des Eisbergs dar. Vielmehr stellt man bei diesen Patienten häufig fest, dass sie in ihrem gesamten Wesen „unter Druck“ stehen und ihnen die Fähigkeit zu Entspannung und Ruhe weitgehend fehlt. Sie sind stark außenorientiert und „re-agieren“ vorwiegend auf ihre Umgebung.

Orgontherapie

Ziel der Therapie ist, die zugrundeliegende Sympathikotonie des Auges aufzuheben. Wie wir gesehen haben, ist das Engwinkelglaukom u.a. auf eine eingeschränkte Flexibilität in der Pupillenweite zurückfuhren. Diese kann nun in der Körpertherapie ganz direkt angeregt werden, indem man einen Gegenstand, z.B. ein Licht oder einen Bleistift, in wechselndem Abstand vor dem Auge auf und ab bewegt. Die Pupille muss sich bei der Nah- und Ferneinstellung des Auges etwas öffnen und schließen. Auch direkte Lichtreize auf das Auge führen zur Pupillenverengung.

Man beschränkt sich in der Therapie aber nicht auf die direkte Symptombearbeitung, sondern aktiviert zunächst das ganze Augensegment, denn „die vegetative Körperfunktion hält sich nicht an die anatomischen Abgrenzungen, die wir künstlich herbeiführen“ (3). Die Auflösung des „Augenpanzers“ kann dadurch erreicht werden, dass man die Augenbewegungen aktiviert – z.B. Augenrollen – , den Patienten beim Einatmen die Augen weit aufreißen lässt wie im Schreck oder die Stirn und die Augenbrauen bewegen lässt. Der Gesamtausdruck der Augenpartie und später des ganzen Gesichts sollte besonders beachtet und bearbeitet werden – so kann der Patient aufgefordert werden, „misstrauisch“ nach rechts und links zu schauen. Zur Arbeit am Augensegment gehört auch die Bearbeitung von Muskelverspannungen am Übergang vom Schädel in den Nacken (Occipitalrand), die bei Augenblockierungen regelmäßig vorliegen.

Neben der intensiven Bearbeitung des Augensegmentes wird natürlich auch die Beachtung der chronischen Sympathikotonie des Gesamtorganismus Teil der Therapie sein. Dies bedeutet, den inneren Druck abbauen zu lernen und die Tendenz, „die Augen offen zu halten“, durch ein „nach innen schauen“ zu ergänzen. Der Patient lernt, mehr zu sich zu finden, „aus sich heraus“ zu leben und zu fühlen an Stelle von außengeleitetem Handeln.

Entsprechend der Charakterstruktur, die wir bei Glaukompatienten als Ergebnis klinischer Studien fanden, werden wir in der Therapie mit dem Wiedererleben unterdrückter Gefühle rechnen. Angst vor Reaktionen der Außenwelt, Kontrollbedürfnis, unterdrückter Ärger angesichts frustrierender Ereignisse oder extremer Belastung, Schmerz über zugefügte Verletzungen sind dafür einige Beispiele.